Nobelpreis im Jahr 1954 für sein schriftstellerisches Werk (Zitat: „für seine Meisterschaft in der Kunst des Erzählens, erst gerade demonstriert in Der alte Mann und das Meer, und für seinen Einfluss, den er auf den heutigen Stil hatte.“)
Kurzbiographie
Ernest Hemingway wurde am 21.07.1899 in Oakpark, Illinois als Sohn eines Arztes geboren.
Seine Mutter, die lieber eine weitere Tochter gehabt hätte und von Zwillingen begeistert war, steckte Ernest und seine 18 Monate ältere Schwester in Mädchenkleider und hielt dies fotografisch fest. Nach eigenen Angaben hasste Hemingway seine neurotische Mutter und verehrte seinen depressiven Vater, der sich noch während der Lebenszeit seines Sohnes umbrachte. Auch Ernests Bruder und Schwester sollten sich später das Leben nehmen.
Seine berufliche Karriere begann als Journalist bei einer Lokalzeitung in Kansas City. Im ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig als Krankenwagenfahrer für die italienische Armee, wo er in einer Schlacht schwer verwundet wurde. Im Krankenhaus fing er eine Affaire mit einer Krankenschwester an. Seine Erlebnisse in Italien verarbeitete Hemingway in seinem zweiten Roman, A Farewell to Arms, den viele Kritiker für sein literarisches Meisterwerk halten.
Zurück in den USA lernte Hemingway andere Schriftsteller, wie Sherwood Anderson und F. Scott Fitzgerald, kennen, die ihm Ratschläge gaben und ihn inspirierten. Kurz darauf zog es ihn zurück nach Europa, wo er fünf Jahr in Paris lebte. Dort lernete er die Autorin Getrude Stein kennen, eine der ersten amerikanischen Mondernisten. Sie half Hemingway seinen ganz spezifischen Schreibstil zu perfektionieren und es war Stein, die das erste Mal den Begriff aufbrachte, für den Hemingway heute steht. Über ihn und seine ausgebürgerten amerikanischen Künstlerkollegen, die nach dem 1. Weltkrieg desillusioniert waren, sagte sie: "You are all a lost generation." - "Ihr seid alle eine verlorene Generation."
Hemingway reiste viel durch Europa und seine Erlebnisse während dieser Zeit inspirierten ihn zum Roman Fiesta, der in Frankreich und Spanien spielt und viel Aufsehen erregte. Mitte der zwanziger zog er dann noch Florida. Während des spanischen Bürgerkrieges jedoch, war er als Korrespondent vor Ort und verbrachte so erneut einige Zeit in Übersee. Hemingway liebte die spanische Kultur, war ganz besonders vom Stierkampf begeistert.
Als er Jahre später durch Afrika reiste, stürzte sein Flugzeug ab und Hemingway überlebte nur schwerverletzt. Es folgten Jahre, in den denen er an vielen verschiedenen Krankheiten litt. In den 40er Jahren zog er schließlich nach Kuba. Wie seinen Aufenthaltsort wechselte er auch seine Ehefrauen. Insgesamt war Hemingway vier mal verheiratet. Sein gestörtes Verhältnis zu Frauen schreiben viele Kritiker und Biographen Hemingways Mutter und ihrem Verhalten in seiner Kindheit zu.Hemingway litt unter seinem Ruhm. Um so mehr er sich mit der öffentlichen Person, die er nun war, auseinandersetzte und verstand, dass er spätestens nach der Vergabe des Nobelpreises auch international renommiert war, desto größer wurde die Angst, seiner eigenen Fiktion nicht zu entsprechen. Er litt zunehmend an Homophobie. Gleichzeitig erklärte er, dass er nur litt, wenn er nicht schreiben konnte. Sein ganzes Leben war Hemingway dem Alkoholismus verfallen, und dies verschlimmerte sich im Laufe der Jahre zusehend.
Später gab es die Vermutung, dass er an paranoide Schizophrenie litt, die sich durch Halluzinationen und Verfolgungswahn äußerte. Besonders in seinem letzten Lebensabschnitt befand er sich mehrfach in psychatrischer Behandlung. Im Jahr 1961 erschoss sich Ernest Hemingway mit einem Jagdgewehr in seinem Haus in Idaho. Er hinterließ über 3000 unveröffentlichte Manusskriptseiten.
Schreibstil
Hemingway thematisierte in seinen Werken die Frage der Tapferkeit, Treue, Freundschaft und des Krieges. Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen war nicht nur in seinem wirklichen Leben, sondern auch im Leben seiner Romancharaktere problematisch. Sein bekanntestes Werk ist die Novelle Der Alte Mann und das Meer, für die er 1953 den Pulitzerpreis erhielt. 1954 erhielt er den Literaturnobelpreis für "seine Meisterschaft in der Kunst des Erzählens".
"If it is any use to know it, I always try to write on the principle of the iceberg. There is seven-eighths of it underwater for every part that shows. Anything you know you can eliminate and it only strengthens your iceberg. It is the part that doesn't show. If a writer omits something because he does not know it, then there is a hole in the story."
("Ich versuche immer nach dem Prinzip des Eisbergs zu schreiben. Sieben Achtel davon liegen unter Wasser, nur ein Achtel ist sichtbar. Alles, was man [beim Schreiben] eliminiert, macht den Eisberg nur noch stärker. Es liegt alles an dem Teil, der unsichtbar bleibt. Wenn ein Schriftsteller [jedoch] etwas auslässt, weil er etwas nicht weiß, dann ist ein Loch in der Geschichte.")
Zitate
"Autoren sollten stehend an einem Pult schreiben. Dann würden ihnen ganz von selbst kurze Sätze einfallen."
"Das Merkwürdigste an der Zukunft ist wohl die Vorstellung, dass man unsere Zeit einmal die gute alte Zeit nennen wird."
"Man braucht zwei Jahre um sprechen zu lernen und fünfzig, um schweigen zu lernen."
"Die Würde, die in der Bewegung eines Eisberges liegt, beruht darauf, dass nur ein Achtel von ihm über dem Wasser ist."
"Ich habe eine große Zärtlichkeit und Bewunderung für die Erde und keine Spur davon für meine Generation."