Der Literatur-Nobelpreis wird verliehen für hervorragende literarische Leistungen. Er kann als Anerkennung für das gesamte Spektrum der Literatur gewertet werden, einschließlich der Ausdrucksformen Dichtung, Roman, Kurzgeschichte, Theaterstück, Aufsatz und Rede. Seit der ersten Verleihung des Preises 1901 an den Poeten und Philosophen Sully Prudhomme wurden verschiedensprachige Autoren mit teilweise gänzlich unterschiedlichem kulturellem Background ausgezeichnet. Er wurde sowohl an völlig unbekannte Meister als auch an Autoren von Weltruhm vergeben.
Schließlich hatte der Stiftungsgebers Alfred Nobel vor seinem Tode festgelegt, dass der Preis demjenigen verliehen werden soll, der eine ausgezeichnete literarische Leistung in idealistischer Richtung hervorgebracht hat.
Die Nominierungen für den Literaturnobelpreis können von Mitgliedern der Schwedischen Akademie und ähnlichen Einrichtungen ausgesprochen werden. Außerdem von Literatur- und Linguistikprofessoren und den Präsidenten repräsentativer Schriftstellervereinigungen.
Ein sechsköpfiges Literaturkomitee befasst sich alljährlich mit der Vor-Auswahl aus einer Liste mit den Namen von 150 bedeutenden Schriftstellern aus aller Welt. Es besteht aus schwedischen Dichtern und Kritikern, die wöchentlich in der Bibliothek der Akademie in der Stockholmer Altstadt zusammentreffen. Im Herbst benennen sie dann fünf Kandidaten für den Literaturnobelpreis. Diese Liste ist eine unverbindliche Empfehlung für "De Aderton" ("Die Achtzehn"), jenes Gremium der Schwedischen Akademie, das schließlich über die Vergabe entscheidet. Bislang wurde immer einer der fünf Kandidaten gekürt. In der Regel erhält der Erstaufgeführte den Preis. Die Preisverleihung findet am 10. Dezember in Stockholm statt.
Zwölfmal wurde der Literaturnobelpreis an Deutsche vergeben, unter anderem an Thomas Mann (1929), Heinrich Böll (1972) und Günter Grass (1999). Zehnmal ging der begehrte Preis an Frauen. 1909 wurde beispielsweise Selma Lagerlöf ausgezeichnet und 2004 Elfriede Jelinek.
2005 erhielt den Nobelpreis für Literatur der britische Dramatiker Harold Pinter. Zu seinen bekanntesten Stücken gehören "Die Geburtstagsfeier", "Der Hausmeister" und "Die Heimkehr".