Die Möglichkeiten und Beweggründe, Frieden zu schaffen oder zu erhalten sind ebenso vielfältig wie die Menschen und Organisationen, die den Friedensnobelpreis im letzen Jahrhundert erhalten haben. Bei der ersten Verleihung 1901 teilte sich Henry Dunant, der Gründer des Roten Kreuzes, den Preis mit Frédéric Passy, dem international führenden Pazifisten seiner Zeit. Der Preis wurde seitdem nicht nur für Verdienste im Rahmen von Humanitärer Arbeit und der Friedensbewegung vergeben, sondern auch für die Vertretung der Menschenrechte, die Lösung internationaler Konflikte, Waffenkontrolle und Entwaffnung.
Alfred Nobel legte in seinem Testament fest:
Damit wurde der Friedensnobelpreis zur weltweit ersten Auszeichnung für die Arbeit in der Friedensbewegung.
Friedensnobelpreis-Kandidaten vorschlagen können sowohl Mitglieder der Kommission und frühere Preisträger als auch jedes Mitglied einer Regierung oder des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag. Ebenso wie Professoren der Fachrichtungen Sozialwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Recht und Theologie und die Leiter von Friedensforschungsinstituten und ähnlichen Organisationen.
Das Komitee zur Vergabe des Friedensnobelpreises wird vom norwegischen Parlament ernannt. Es handelt sich um fünf Personen, die das Amt für mindestens sechs Jahre bekleiden und wiedergewählt werden können. Der Vorsitzende des Komitees und sein Stellvertreter werden von den Mitgliedern selbst gewählt, und als Sekretär das Komitees gilt grundsätzlich der Direktor des Nobel-Institutes. Seit 1936 können keine Mitglieder der Parlaments mehr zu Vertretern des Komitees ernannt werden, und seit 1977 auch keine Mitglieder aus regierungsnahen Ausschüssen mehr.
Die Preisverleihung findet, ebenso wie die der anderen Nobelpreise, am 10.12. jeden Jahres statt, allerdings nicht in Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass der Preis sowie die dazugehörige Medaille und die Urkunde vom Kommissionsleiter vergeben werden und nicht vom König. Dieser ist jedoch bei der Zeremonie eingeladen und in der Regel auch anwesend. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Diskussionen um bestimmte Preisträger und ihre Verdienste gegeben. Eine Aberkennung des Preises ist jedoch nicht möglich.
1905 erhielt erstmals eine Frau den Friedensnobelpreis. Die Österreicherin Bertha von Suttner, Gründerin der Deutschen Friedensgesellschaft, hatte Alfred Nobel noch persönlich kennen gelernt und kurze Zeit als Sekretärin für ihn gearbeitet. Elf weitere Frauen haben den Friedensnobelpreis seither erhalten. Interessant ist auch die Tatsache, dass auf die Vergabe keines anderen Nobelpreises so häufig verzichtet wurde wie auf die des Friedensnobelpreises. In 104 Jahren wurde der Preis nur 83 Mal verliehen.
Den Friedensnobelpreis 2005 teilten sich die Internationale Atomenergiebehörde IAEO und ihr Generaldirektor Mohamed ElBaradei für ihre "Bemühungen, die Nutzung der Atomenergie für militärische Zwecke zu verhindern".